Die Legende von Eryngarth

Teil I der Legende

Der Ringkrieg. Er brachte das Ende des Dritten Zeitalters mit sich, und verheert und entvölkert waren viele Landstriche Mittelerdes. Doch nachdem der Schatten besiegt und zahllose Schlachten geschlagen waren, kehrte Ruhe in die Herzen und Höfe der vom Schicksal gebeutelten Völker ein.

 

Unter König Elessar, auch genannt Aragorn der II., Erbe der legendären Dúnedain Isildur und Elendil, entstand das Wiedervereinigte Königreich aus den Trümmern. Unter seiner Herrschaft vereinten sich viele Städte und Regionen – Menschen, Zwerge, Elben, Hobbits und noch weitere Völker Mittelerdes gelangten so Seite an Seite in eine lange währende Ära des Friedens.

 

Eryngarth hieß eine von vielen Festungsanlagen, die nun, wo der gemeinsame Feind darniederlag, nicht mehr von besonderem Nutzen war.

 

Doch es fügte sich, dass sich eine bunte Schar bestehend aus Handwerkern, Musikanten, Händlern, Abenteurern und Kriegern alljährlich dort einfand, um Waren, Wissen und Geschichten zu tauschen. Und in gemeinsamer Erinnerung an jene schlimmen Tage des ausgehenden Dritten Zeitalters veranstalteten sie auch ein Kräftemessen – diesmal jedoch aus purer Lebensfreude und vom Geist der Verbundenheit erfüllt.

 

Noch immer mag es manche Unbelehrbare unter den Gästen geben, die Eryngarth aufsuchen, bloß um Argwohn zu verbreiten. Doch die Gemeinschaft belehrt sogar den letzten Ork schlussendlich stets eines Besseren…

Teil II der Legende

Das Schicksal von Eryngarth während des Ringkriegs wurde noch viele Jahre von den Menschen in herzergreifenden Heldenliedern besungen. Jedoch reichen die Wurzeln von Eryngarth noch viel länger in der Zeit zurück als die Wurzeln der Bäume, die es umgeben. In eine Zeit lange bevor die Ringe der Macht geschmiedet wurden. Im ersten Zeitalter, bevor die ersten Menschen die Wälder Mittelerdes betraten, bevölkerten die Eldar, wie die Elben sich nannten, die Länder Ardas.

 

Es begab sich zu dieser Zeit, als die Fürsten der Noldor den langen, gefährlichen Weg über das Meer wagten, um ihre Racheschwüre gegen den dunklen Herrscher aus dem Norden in die Tat umzusetzen. Denn er war es, der ihren Stammesvater ermordet und ihre kostbarsten Schätze gestohlen hatte. Doch war ihr Feind ein Meister der Tücke und immer verstand er es, Zwietracht in die Herzen seiner Feinde zu säen. So kam es, dass sich die Völker der Elben über die Jahrhunderte nur selten zu gemeinsamen Feldzügen sammelten. Stattdessen besiedelten sie das Land und sicherten ihre Grenzen mit imposanten Festungen.

 

Und eine der ruhmreichsten dieser Festungen war Eryngarth, gut gelegen im hügeligen Hochland nördlich der großen Elbenstätten. Nur ein Weg führte in die Burg, eine Brücke ohne Geländer, die vor einem schweren Holztor endete. Der Graben war gefüllt mit klarem Wasser, in den bald Forellen aus den nahen Bächen schwammen und seine hohen Mauern und Türme überragten die blühenden Kirschbäume, die es umgaben. Es war eine friedliche Zeit, in der die Tochter des Fürsten von Eryngarth geboren wurde. Andariel war ihr Name und der Klang ihrer Stimme war so lieblich wie der Gesang der Nachtigallen. Und ihr zu Ehren wurde eine goldene Glocke gegossen und am höchsten Wachturm befestigt.

 

Also, Elben Mittelerdes, kommt herbei und bestaunt die Kunstfertigkeit eurer Ahnen!

 

Sei dabei und werde Teil der Legende!